Wenn man an Waldbäume denkt, fallen einem sofort Buche, Eiche oder Fichte ein, an die Eibe denkt man meist zu allerletzt. Dass es über diesen eigenartigen Baum viel zu erzählen gibt, erlebten die Teilnehmer einer Exkursion am 30.08.2026 ins Naturschutz- gebiet Graburg. Unter der fachkundigen und lebendigen Leitung von Dietrich Bräuer vom Forstamt Wehretal entdeckten sie die Besonderheiten der Eibe. Veranstalter der waldkundlichen Wanderung waren das Forstamt Wehretal und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Kreisverband Werra Meissner. Was macht die Eibe so besonders? Als Nadelbaum wirkt sie wie eine Exotin. Nicht nur dass sie als einziger heimischer Nadelbaum keine Zapfen trägt, durch ihren extrem langsamen Wuchs entspricht auch das Holz der Eibe nicht dem der übrigen Nadelhölzer, es ist sehr feinringig aufgebaut und hat keine Harzkanäle, erläuterte Dietrich Bräuer. Als einziger heimischer Nadelbaum hat die Eibe die Fähigkeit, aus Knospen wieder auszuschlagen, was die Altersschätzung häufig erschwert. Die roten Früchte des Baumes, die die Samen tragen, findet man nur an den weiblichen Exemplaren. Tödlich giftig für den Menschen ist alles an dem Baum, ausgenommen des roten Samenmantels der Früchte. Rehe, Hasen und Hirsche hingegen fressen die Eibennadeln ausgesprochen gerne. Wie so oft vewendet man aber auch das Gift in der Eibenrinde in der Medizin. Als weitere Besonderheit der Eibe stellte Dietrich Bräuer an einigen Stationen das Wachstum dieses Nadelbaumes vor. Sie ist hinsichtlich des Standorts sehr anspruchslos, ist unsere schattenverträglichste heimische Baumart und kann auch als Pfahlwurzler mit Trockenheit gut zurechtkommen. Im Naturschutzgebiet Graburg wachsen mehr als 1000 Eiben auf 340 Hektar, sie wachsen im Kronenschatten von Laubbäumen, selten im geschlossenen Verbund, sondern eher als Einzelbäume. Der Eibenbestand an der Graburg wird seit über einem Jahrhundert beobachtet und dokumentiert. Ihr Alter, so Dietrich Bräuer lässt sich sehr schwer schätzen. Sie wachsen mehr- stämmig und, so zeigte er an einigen Beispielen, können auch wieder zusammenwachsen. Fest steht jedoch, dass die dortigen 100 bis 120 jahre alten Buchen jünger sind als viele Eiben. Großes Interesse hatten die Teilnehmenden an den Ausführungen zur Nutzung des Eibenholzes. So wurde bis ins 16. Jahrhundert hauptsächlich mit eibenen Waffen geschossen – auf der Pirsch und im Kampf gegen den Feind. Das Eibenholz war mit seiner Härte, Elastizität und Widerstandskraft ideal für Bogen und Speer, wie Dietrich Bräuer anhand eines Eibenbogen veranschaulichte. Ergänzend erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Siedlungs- und Nutzungsgeschichte der Umgebung. Archäologische Funde, darunter Keramikteile aus dem 13. Jahrhundert, liefern Aufschluss auf die Siedlungsgeschichte, so Roland Gernand von der SDW. Sie deuten auf eine hochmittelalterliche Burgstelle hin. Heute ist von dieser mittelalterlichen Anlage allerdings lediglich ein kurzes Mauerstück vorhanden. Auf einem Teil der Graburg, der sogenannten Schäferburg, wird zudem eine eisenzeitliche Wallanlage vermutet. Nach etwa drei Stunden klang die Exkursion bei Kaffee und Kuchen aus. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit zu einem regen Austausch und zeigten sich äußerst zufrieden mit der Veranstaltung. Mehr zum Forstamt Wehretal unter https://www.hessen-forst.de/uebersichtskarte-forstaemter/forstamt-wehretal.
Auf den Spuren der Eibe - Teilnehmer entdecken größtes Eibenvorkommen
Wenn man an Waldbäume denkt, fallen einem sofort Buche, Eiche oder Fichte ein, an die Eibe denkt man meist zu allerletzt. Dass es über diesen eigenartigen Baum viel zu erzählen gibt, erlebten die Teilnehmer einer Exkursion am 30.08.2026 ins Naturschutzgebiet Graburg. Unter der fachkundigen und lebendigen Leitung von Dietrich Bräuer vom Forstamt Wehretal entdeckten sie die Besonderheiten der Eibe. Veranstalter der waldkundlichen Wanderung waren das Forstamt Wehretal und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Kreisverband Werra Meissner. Was macht die Eibe so besonders? Als Nadelbaum wirkt sie wie eine Exotin. Nicht nur dass sie als einiziger heimischer Nadelbaum keine Zapfen trägt, durch ihren extrem langsamen Wuchs entspricht auch das Holz der Eibe nicht dem der übrigen Nadelhölzer, es ist sehr feinringig aufgebaut und hat keine Harzkanäle, erläuterte Dietrich Bräuer. Als einziger heimischer Nadelbaum hat die Eibe die Fähigkeit, aus Knospen wieder auszuschlagen, was die Altersschätzung häufig erschwert. Die roten Früchte des Baumes, die die Samen tragen, findet man nur an den weiblichen Exemplaren. Tödlich giftig für den Menschen ist alles an dem Baum, ausgenommen des roten Samenmantels der Früchte. Rehe, Hasen und Hirsche hingegen fressen die Eibennadeln ausgesprochen gerne. Wie so oft vewendet man aber auch das Gift in der Eibenrinde in der Medizin. Als weitere Besonderheit der Eibe stellte Dietrich Bräuer an einigen Stationen das Wachstum dieses Nadelbaumes vor. Sie ist hinsichtlich des Standorts sehr anspruchslos, ist unsere schattenverträglichste heimische Baumart und kann auch als Pfahlwurzler mit Trockenheit gut zurechtkommen. Im Naturschutzgebiet Graburg wachsen mehr als 1000 Eiben auf 340 Hektar, sie wachsen im Kronenschatten von Laubbäumen, selten im geschlossenen Verbund, sondern eher als Einzelbäume. Der Eibenbestand an der Graburg wird seit über einem Jahrhundert beobachtet und dokumentiert. Ihr Alter, so Dietrich Bräuer lässt sich sehr schwer schätzen. Sie wachsen mehr-stämmig und, so zeigte er an einigen Beispielen, können auch wieder zusammenwachsen. Fest steht jedoch, dass die dortigen 100 bis 120 jahre alten Buchen jünger sind als viele Eiben. Großes Interesse hatten die Teilnehmenden an den Ausführungen zur Nutzung des Eibenholzes. So wurde bis ins 16. Jahrhundert hauptsächlich mit eibenen Waffen geschossen – auf der Pirsch und im Kampf gegen den Feind. Das Eibenholz war mit seiner Härte, Elastizität und Widerstandskraft ideal für Bogen und Speer, wie Dietrich Bräuer anhand eines Eibenbogen veranschaulichte. Ergänzend erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Siedlungs- und Nutzungsgeschichte der Umgebung. Archäologische Funde, darunter Keramikteile aus dem 13. Jahrhundert, liefern Aufschluss auf die Siedlungsgeschichte, so Roland Gernand von der SDW. Sie deuten auf eine hochmittelalterliche Burgstelle hin. Heute ist von dieser mittelalterlichen Anlage allerdings lediglich ein kurzes Mauerstück vorhanden. Auf einem Teil der Graburg, der sogenannten Schäferburg, wird zudem eine eisenzeitliche Wallanlage vermutet. Nach etwa drei Stunden klang die Exkursion bei Kaffee und Kuchen aus. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit zu einem regen Austausch und zeigten sich äußerst zufrieden mit der Veranstaltung. Mehr zum Forstamt Wehretal unter https://www.hessen- forst.de/uebersichtskarte-forstaemter/forstamt-wehretal. .
Auf den Spuren der Eibe - Teilnehmer entdecken größtes Eibenvorkommen
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Kreisverband Werra Meißner
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